Die 1960 geborene Künstlerin Maria Sewcz gehört zu einer Generation von Fotografen, die noch zu DDR-Zeiten begonnen hat, ihre eigene visuelle Sprache zu entwickeln. Ihre Sujets sind Urbanität, soziale und kulturelle Strukturen, Architektur und Skulptur sowie das Porträt. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen oft die unscheinbaren Teile eines Ganzen, der Blick richtet sich auf Dinge und Begebenheiten, die gewöhnlich nicht mehr wahrgenommen werden. Die Absolventin der Leipziger Hochschule spekuliert nicht, ihr fotografisch festgehaltenes Detail liefert radikal subjektive Realitätsbefunde des Alltags. Blickwinkel, Distanz und Tiefenschärfe personifizieren die Dinge und lassen Symbolisches entstehen. Die eigenständigen, fast analytischen Fotografien der Künstlerin wollen bewusst nicht "dokumentieren", alles auf ihnen erscheint transitorisch. Die Fotografin setzt ein hohes Maß an Einsicht in das Wesen ihre Bilder voraus, Wertungen überlässt sie jedoch dem Betrachter. Maria Sewcz lebt und arbeitet in Berlin. Jovis Verlag, 2004, 128 Seiten, mit 100 Abbildungen, 24 x 28 cmHardcover, deutsch/englisch