KEHRER Heidelberg,  2002,  Gebunden,  88 Seiten, 37 farbige Abbildungen - 20 x 30 cm
Emanuel Raab, Peter Weiermair

Nachtland

»In der Nacht sind alle Katzen grau« heißt es im Volksmund. Die Fotografien der Serie Nachtland von Emanuel Raab belehren uns eines Besseren: In ihnen leuchtet die Nacht gelb, rot, grün, orange oder blau. Raab spürt dem künstlichen Licht nach, das nachts aus leeren Fensterhöhlen dringt, Fassaden animiert oder Fabrikhöfe und Parkplätze erhellt. Auf gleichsam magische Art verwandeln sich dreidimensionale Bauten in poetisch-abstrakte Farbkulissen, Tankstellen in geheimnisvolle Schauplätze und Einfamilienhäuser in Orte der Unheimlichkeit. Die in artifizielles Licht getauchten Landschaften sind zu Bildern gefrorene Augenblicke aus Raum und Zeit. Es sind Bühnen, auf denen sich Bedrohung, Traum, Intimität, filmische und poetische Erzählungen zu einem komplexen Gefüge verdichten. Die Nacht erzählt die Gegebenheiten des Tages neu, inszeniert mit dem dramatischen Potential des Geheimnisvollen, des potentiell Möglichen. Das nächtliche Kunstlicht bringt eineeigene Wirklichkeitsebene hervor, eine eigene Atmosphäre, die das Reale in Richtung des Fiktiven und Artifiziellen überschreitet. Emanuel Raab, 1957 in Bautzen geboren, studierte Fotografie und Film an der Fachhochschule für Gestaltung in Darmstadt und ist seit 1984 freischaffend. Zahlreiche Ausstellungen, Medienkunstprojekte, Publikationen. Viel Beachtung fand sein Projekt heimat. de. Seit 2001 Professur für Fotografie und Bildmedien an der Fachhochschule Bielefeld. Kehrer Verlag, 2002, 96 Seiten, 38 Farbabb., 30.5 x 20.5 cm, deutsch/englisch

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