Dass Binia Bill (1904-1988) ein fotografisches Werk hinterliess, das sich zu entdecken lohnt, war bis vor kurzem nur wenigen bekannt: Sie stand mit ihrem Namen und Schaffen immer im Schatten von Max Bill, den sie 1931 geheiratet hatte. Nach einer Ausbildung zur Cellistin begann sie in Berlin, wo sie 1930 die Itten-Schule besuchte, mit der Fotografie. Ihr Schaffen ist im Umfeld der Sach- und Bauhaus-Fotografie anzusiedeln. Das Werk, das durch präzise Blickwinkel und kompositorische Strenge überzeugt, ist aber auch insofern interessant, als die Autorin zum engsten Kreis der Pioniere der Moderne in Zürich gehörte: Neben Sachaufnahmen existieren auch Aufnahmen von höchstem dokumentarischem Wert. Um 1940 gab Binia Bill die Fotografie wieder auf. Ihr Werk wurde bis heute noch nie in breiterem Umfang und Rahmen gezeigt. Das Aargauer Kunsthaus präsentierte 1995 erstmals ausgewählte Arbeiten von ihr im Rahmen der Ausstellung "Karo Dame". Scheidegger & Spiess, 2004, 144 Seiten, 36 schwarz-weiß Fotos, 84 Duoton-Fotos, 27 × 23.5 cm, Gebundene AusgabeAusstellung im Kunsthaus Aargau vom 27. März bis 24. Mai 2004