Mit der Abwendung von den Wagnerschen Dionysien und von Schopenhauers Philosophie beginnt bei Nietzsche ein Prozess der Emanzipation vom «Geiste der Musik», die er fortan als «Ton-Baukunst» bezeichnet und damit gleichsam auf ein apollinisch-architektonisches Fundament verpflichten will. Durch die Abkehr von der traditionellen Metaphysik und die konsequente Absage an alles Jenseitige findet die Baukunst, als die am stärksten auf das Diesseits verpflichtete und am weitesten der Innerlichkeit entsagende Kunst, Nietzsches Interesse, auch wenn von ihm alle bisherigen «Philosophen-Gebäude» als «baufällig» entlarvt werden. Fritz Neumeyer ist Professor für Architekturtheorie an der Technischen Universität Berlin. Seit 1992 sind von ihm zahlreiche Veröffentlichungen zur Theorie und Geschichte der Architektur erschienen. Quart Verlag, 2005, 256 Seiten, 17 x 24 cm, 29 s/w-Abbildungen, Fadengeheftete Klappenbroschur
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