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Books / Verlage / Birkhäuser / Michael Alder. Das Haus als Typ

Birkhäuser,  2006,  Gebunden,  174 S., 288 illus., 54 in Farbe
Ulrike Sophonaisson-Baierl (Hrsg.)

Michael Alder. Das Haus als Typ

Michael Alder ist ein stiller Star unter den deutschschweizer Architekten, die in den 1980er und 1990er Jahre international für Furore sorgten. Das liegt weniger an seinem überschaubaren Oeuvre, sondern sehr viel mehr an seiner Auffassung vom Bauen, das sich der örtlichen Kultur und der respektvollen Einbindung in den Kontext verpflichtet fühlt. Seine Bauten, fast ausschließlich Wohnhäuser, wollen nicht auffallen; es ging dem 1940 geborenen und leider schon 2000 verstorbenen Alder stets darum, dass die Bewohner und die Nachbarn mit seinen Häusern leben können. Das heißt gerade nicht aufzufallen, sondern sich zuerst einmal in den Kontext zu vertiefen, die Aufgabe ernst zu nehmen, nicht, um als Architekt zu glänzen, sondern um der Nutzer willen. Alders Architektur wirkt daher oft ein wenig spröde, sperrt sich gegen die Vermittlung in Bildern, weil sie über das Objekt hinaus weist. Man muss sich in seine Entwürfe hineindenken, einarbeiten, aber dann lohnt sich schon allein der sehr gut aufbereiteten Grundrisse wegen die Anschaffung dieses von Ulrike Zophoniasson-Baierl herausgegebenen Buchs.
In ihm lässt sich wunderbar nachvollziehen, wie Alder gedacht, gearbeitet hat – beides war für ihn eine Einheit. Seine Suche nach Gesetzmäßigkeiten, die er vielfach in traditioneller Architektur fand, seine Untersuchungen zu Typen und Kontexten werden nachvollziehbar eingefangen und wiedergegeben, regen zu eigener Entdeckungsreise an. Alder hatte nie ein fertiges Ideengebäude, einmal übernommene Gedanken, Theorien, wurde immer wieder hinterfragt, mit bereits bekanntem überlagert und ergänzt. Eine Praxis, die er auch als Lehrer an der Ingenieurschule, später FH beider Basel in Muttenz verfolgte und dort den Studenten weitergab. Seine etwa 20.000 Aufnahmen umfassende Diasammlung, aus der einige Bilder im Buch gezeigt werden, lassen erkennen, wie genau er seine Umgebung beobachtete, wie er aus der Anschauung Prinzipien ableitete, die er in seinen Bauten präzise integrierte und an der Aufgabe weiterentfaltete. Sein daran entwickeltes, tiefes Architekturverständnis lohnt der Auseinandersetzung.
Christian Holl

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