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Books / Theorie & Text / Tokyo. Beim Näherkommen durch die Straßen

Fischer,  1996,  Broschiert,  192 Seiten
Stephan Wackwitz

Tokyo. Beim Näherkommen durch die Straßen

Keine andere Weltstadt wirkt auf den frisch eingeflogenen Europäer auf den ersten Blick so vertraut und nach dem zweiten Blick so verwirrend wie Tokyo. Wie alle Metropolen besteht auch Tokyo aus kleineren Stadteinheiten, die (nicht immer glücklich) zur Megalopolis zusammengewachsen sind. Einerseits modernste Architekturen, glitzernde Konsumtempel, eine perfekt funktionierende Großstadtinfrastruktur. Andererseits, nur ein paar Fußwegminuten von den modernen Atherien entfernt, traditionelle Häuslein in Holzbauweise, Bambusstauden im Miniaturvorgarten, nachts kommt der Kloakenwagen, der die Fäkalien wegschafft (eine erstaunlich hohe Zahl von Häusern ist bis heute nicht an die Kanalisation angeschlossen). Dies merkwürdige Amalgam aus Futurismus (viele Hauptstädte werden im nächsten Jahrhundert in etlichen Facetten Tokyo ähnlich werden) und feudalen und bürgerlichen Relikten durchstreifte drei Jahre lang in schönster Flaneurmanier Stephan Wackwitz. Seine Aufzeichnungen knüpfen an die besten Traditionen der großen Essayisten der dreißiger Jahre an. Dies Bändchen ist ein gelungenes Beispiel dafür, daß auch heutzutage deutschsprachige Essayistik glanzvoll sein kann. Für jeden, der einmal seinen Fuß in diese maßstablose Stadt gesetzt hat oder Näheres über das moderne Japan erfahren möchte, ist dies Buch ein Muß. Stephan Wackwitz, 1952 in Stuttgart geboren, promovierte mit einer Arbeit über Hölderlins Elegien, lebte zwischen 1990 und 1993 als Projektleiter in Tokyo; publizierte zahlreiche essayistische Arbeiten in Blättern wie »Merkur« oder »Frankfurter Rundschau«; er lebt heute als Pressechef der Zentrale des Goethe-Instituts in München.

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