Books / Theorie & Text / Kunst als Medientheorie. Vom Zeichen zur Handlung
Die Kunst hat mobil gemacht. Jedes Material, jedes existierende oder auch nur vorstellbare Objekt, jeder Sachverhalt und auch jedes Medium sind kunstfähig geworden. Der Ausdehnung des Kunstwerkanspruchs auf disperse und heterogene Materialien entspricht die Vervielfachung von Haltungen, Gesten, Modellen, Verfahrensweisen. Dabei geht es nicht nur um ein technisches Verständnis von 'Medium', sondern vor allem um die Umformungen bisheriger Bildrepräsentationen zu offenen und reversiblen Handlungen, Aktionen, Experimenten. Das Buch präsentiert neben semiotischen, medientheoretischen und kunstgeschichtlichen Skizzen und Bilanzierungen eine in Verschiedenes ausgreifende Reihe von Genre- und Werkanalysen. Das Interesse richtet sich vornehmlich auf die Bearbeitung der bisher unsichtbaren Steuerungsebenen des Medialen, bringt deren Widersprüche zum Vorschein und fordert zu kunstwissenschaftlichen Revisionen heraus. Im Zentrum und Zenit der Abhandlung stehen Betrachtungen zu einer der seit geraumer Zeit profiliertesten Künstlergruppen, die sich mit der Veränderung der künstlerischen Subjektivität, Fragen von Autorschaft und Kreativität, Chancen und Grenzen verändernder Programmierung und apparativer Politisierung im avancierten Feld des 'Maschinischen' bewegen: von Knowbotic Research. Deutlich werden dabei die Umrisse einer Kunst, die an und durch sich selber Kunst- und Medientheorie ist. In zwingender Weise wird von hier aus eine neue Perspektive auf zahlreiche Aspekte der bisherigen Geschichte der bildenden Kunst erkennbar.
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