In seiner 2003 begonnenen Werkgruppe von isolierten Personen im Gelände, in der erstmalig Farbfotografie Verwendung findet, folgt Marc Lüders weiterhin seiner Strategie der Ineinanderblendung von unterschiedlichen Medien, Techniken und Realitäts- beziehungsweise Illusionsebenen. Vom Sujet her greift er darin auf frühere Arbeiten zurück, wo er zeichenhaft dargestellte Figuren in die fotografierte Szenerie von Treppenhäusern und anderen Interieurs sowie städtischen und landschaftlichen Außenräumen montierte. In den aktuellen Figuren-Bildern kommt allerdings ein noch komplexeres Zusammenspiel von Wirklichkeit und Illusion zum Tragen: Sie sind Ergebnis eines mehrfachen Übersetzungsprozesses, in dessen Verlauf der Künstler ausgewählte Individuen aus seinem digitalen Archiv am Bildschirm frei gestellt hat, um die Images in einem weiteren Schritt mit Diafilm nochmals abzufotografieren. Die Dias wurden anschließend auf Photos jener lakonischen Randgebiete außerhalb der Stadt projiziert und schließlich in Malerei übertragen, wobei Lüders in diesem letzten Schritt Details der Vorlagen noch veränderte. Kerber Verlag, 2004, 22.0 x 28.0 cm, 72 Seiten mit 54 farbigen Abbildungen, Hardcover, gebunden, deutsch/englisch
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