Netzhammer entwirft am Computer Zeichnungen, Bilder und Filmsequenzen, die unsere Lebenswelt modellhaft reflektieren. In einer zeichenhaften, gegenständlichen Kunstsprache denkt er bildlich über Abstraktes nach und setzt »Stellvertreter« ein, die eine Art »Erfahrungsprogramm« durchlaufen: einen gesichtslosen, geschlechtlich undifferenzierten Menschen zum Beispiel, der sich nackt - wie der »erste Mensch« - in einer leeren Landschaft wiederfindet. Wir sehen ihn - und wir sehen, was er sieht. Netzhammers Bildsprache ist ebenso faszinierend wie erschreckend, die seltsame Welt, die er erfindet, ebenso real wie absurd: Im Medium der »niederschwelligen Widerstände«, am Bildschirm des Computers, zeichnet der Künstler Situationen, die sich mit verblüffender Leichtigkeit und schwereloser Zielsicherheit entwickeln. Und weil seine »Helden« - zu denen im übrigen auch Schnecken, Schwäne, Haie und Vögel zählen - die höchst grotesken Erfahrungen, die sie machen, scheinbar reglos über sich ergehen lassen, überträgt sich ihr Emotionspotential unmittelbar auf den Betrachter. Das von Yves Netzhammer selbst gestaltete Buch, das dank beigefügter DVD auch »bewegte Bilder« aus seinem doppelbödigen Paralleluniversum enthält, begleitet die ersten großen Einzelausstellungen des Künstlers im Helmhaus Zürich und im Württembergischen Kunstverein Stuttgart. Verlag für moderne Kunst Nürnberg, 2003, 200 Seiten mit ca. 278 Abb. in Farbe, 27 x 21 cm, Gebunden, m. DVD-Video, deutsch/englisch
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