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Books / Grafik & Design / Produktdesign / Penti, Erika und Bebo Sher. Klassiker des DDR - Designs

Günter Höhne

Penti, Erika und Bebo Sher. Klassiker des DDR - Designs

Auch das gab es in der DDR: Stimmiges, auf der Höhe der Zeit stehendes und zugleich eigenständiges Design, das den Vergleich mit der Warenwelt des Westens nicht scheuen musste. Auch wenn seit der glückhaften Neuerschließung des Absatzmarktes ''Neue Bundesländer'' für westdeutsche Unternehmen nach der Wende eine - unter Marketingaspekten durchaus verständliche - Medienbegleitmusik mit dem Grundton mitleidvoller Häme gegenüber DDR-Industrieprodukten das Gegenteil behauptet. Viele in der DDR gestaltete Produkte verkörpern in zweifacher Hinsicht gleichwohl Design-Raritäten: Zum einen sind sie bisher im (gesamt)deutschen Bewusstsein - wenn überhaupt - nur flüchtig oder als Exoten registriert. Zum anderen waren nicht wenige der in diesem Buch behandelten Erzeugnisse ''höherwertige Waren'', deren in den Handel gelangende Stückzahlen bei weitem nicht die Nachfrage bedienen konnten oder auf die man lange warten musste bis zur Belieferung (z. B. Hellerau-Möbel, hochwertige Fernseh- und Rundfunkgeräte, Schreibmaschinen oder auch bestimmte Keramik- und Porzellanwaren). Zudem hatten sie oft einen so hohen ''EVP'' (Endverbraucherpreis), waren praktisch mit einer Luxussteuer belegt, dass nicht jedermann sie sich leisten konnte und nach dem Erwerb man sie auch hegte und pflegte wie Raritäten (Technik für den Haushalt, Telefone, Spiegelreflexkameras usw.). Das Buch stellt in essayistischen und feuilletonistischen Texten sowie historischen und aktuellen Fotos Serienprodukte vor, die zwischen 1949 und 1990 in der DDR mit dem Anspruch hoher gestalterischer Qualität auf den Markt gekommen sind. Es sind dies sowohl massenhaft produzierte und verkaufte als auch nur kurzzeitig in den Handel gelangte Erzeugnisse, es handelt sich um sowohl mittlerweile vergessene wie immer noch im Gebrauch befindliche bekannte Industriewaren, vornehmlich aus dem privaten, aber beispielsweise auch aus dem gastronomischen Anwendungsbereich. Der Bild-Text-Band gibt Gelegenheit, ostdeutsche Design-Klassiker wiederzuerkennen und auch wiederzuentdecken - zu Hause oder etwa in Gaststätten, beim Gang über Trödelmärkte oder durch Second-Hand-Geschäfte. Gerade auch der zunehmenden Schar an Sammlern von Zeugnissen der DDR-Alltags- und Produktkultur wird das Buch eine wertvolle Hilfe sein, Näheres unter anderem über Ursprungsjahre, Hersteller, Gestalterinnen und Gestalter, Materialien und Technologien, aber auch über kultur-, wirtschafts- und handelspolitische Hintergründe des ''Gangs der Dinge'' vom Entwurf bis zum Verkauf zu erfahren.über den AutorGünter Höhne, 1943 in Zwickau geboren, war Redakteur bei Radio DDR und der Wochenzeitung Sonntag, Weltbühne-Mitarbeiter und Chefredakteur der Design-Fachzeitschrift form + zweck. Er widmet sich als Essayist und Kritiker seit über 20 Jahren besonders historischen und aktuellen Entwicklungen von Design und Architektur. Günter Höhne ist u. a. Mitherausgeber der in Frankfurt am Main erscheinenden Zeitschrift für Design und Theorie ''form diskurs'', Buch-Autor und Ausstellungskurator zu Themen der deutschen Designgeschichte. Lehraufträge verpflichten ihn u. a. an Fachhochschulen in Berlin und Hannover. 1993 wurde er mit dem erstmals bundesweit verliehenen ''Bremer Preis für Designpublizistik'' ausgezeichnet. Höhne, der Anfang der neunziger Jahre aktiv an der Gründung der ersten regionalen Designzentren in Ostdeutschland beteiligt war, gilt als besonders kompetent, was die Kenntnis und die Einschätzung von Entwicklungsprozessen der Design- und Alltagskultur in der DDR und in den heutigen neuen Bundesländern betrifft. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2001, 276 Seiten, 500 Abbildungen, Farbteil, Großformat, 22 x 25 cm, gebundenmehr Titel zu Architektur, Kunst, Design in der DDR

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