Books / Grafik & Design / Grafikdesign / Freistil. Best of German Commercial Illustration
Nach dem Bilderrausch aus den Fotoarchiven erleben wir ein Revival der Illustration. Der individuelle Strich sprudelnder Fantasie und Kreativität, die Macht des Individuellen treten ihren Siegeszug in Medien und Werbung an. Doch wie findet man den passenden Illustrator? Mit Freistil, dem ersten Jahrbuch für Illustratoren im deutschsprachigen Raum. Auf 478 Seiten stellt Raban Ruddigkeit als Herausgeber 175 Kreative mit Arbeitsproben vor und gibt damit nicht nur Überblick über die individuelle Arbeitsweise, sondern im Blättern auch Einblick in aktuelle Tendenzen in der Illustration. Dazu kommen Textbeiträge von Edith Arnold über die Rolle der Illustration in der Visualisierung von Mode-Ideen, Freistil trifft Klaus Voormann, der die legendären Beatles-Cover entwarf, und Klaus Mai, die Techno-Legende. Andreas Platthaus beleuchtet die Rolle der Illustration für Zeitschriften und Zeitungen, und in Fragebogenform treten ein Illustrator, eine Agentin und ein Art-Buyer in Dialog. Sie reflektieren die Power der Illustration, die Zusammenarbeit mit Illustratoren und die Honorarfrage sowie die Frage, ob uns ein Bild nicht mehr sagt als tausend Worte. Wie schafft man es, bekannte Produkte prägnanter zu gestalten? Wie kann man Menschen von gestern zu Menschen von morgen küren? Ganz simpel: Man lässt sie zeichnen. Mit Pinsel oder Kohle, mit Air-Brush-Pistole oder als Collage aus Bildschnipseln. Böse überzeichnet oder modern aufgemotzt, je nach Intention. Illustrationen wirken manchmal ehrlicher als am Computer glatt retuschierte Fotos. Das Revival hat inzwischen auch den Werbemarkt und die Medien erreicht: Nach Magazinen wie 'Spex', 'Brand Eins' und 'Jetzt' setzen auch Tages- und Wochenzeitungen auf Gezeichnetes. Modefirmen wie Balenciaga und Calvin Klein lassen Fotos ihrer neuen Kollektion übermalen, die Modeschöpferin Stella McCartney ließ ihre Werbekampagne von einem Maler gestalten, und sogar die britische Mantel-Legende Burberry erhofft sich neuen Schwung von Tuscheklecksen über karierten Capes. (Der Spiegel Nr. 18 / 28.04.2003)Schmidt, Mainz, 2003, 478 Seiten, Broschiert
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