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Books / Grafik & Design / Chinese Propaganda Posters

Min Anchee, Duoduo, Stefan R. Landsberger, Li Shizeng

Chinese Propaganda Posters

Der chinesische Partei- und Regierungschef Mao Zedong (1893-1976), Vorsitzender der Kommunistischen Partei seiner Heimat und Gründer ihrer Volksrepublik, war nicht nur groß, er war riesig. So jedenfalls wurde es den Chinesen auf überdimensionalen Postern ihres stets gut gelaunten Führers suggeriert. Ein strahlender, allmächtiger Staatsmann lächelte ihnen von Häuserwänden, an Bahnhöfen und Schulen entgegen; aufgrund der vielen Funktionen, die Mao im Staat zu bewältigen hatte, gingen den Plakatmalern des Landes Themen und Arbeit nicht aus: Mao als großer Politiker, Mao als großer Lehrer, Mao als Chef der staatlich kontrollierten Industrie. Aber nicht nur Mao wurde zu Propagandazwecken ins weiche Licht der kommunistischen Kunstdoktrin getaucht. Auch friedlich lächelnde Schulkinder mit Tauben in den Händen sollten von der Friedfertigkeit Chinas zeugen, die den fiesen Kapitalisten (Parole: "Alle Kapitalisten sind Papiertiger") infantilen Pazifismus entgegen hielten. Auf anderen Plakaten durften Soldaten mit stolzgeschwellter Brust hinter Blumenbouquets revolutionären Heroismus zelebrieren, wieder andere widmeten sich den Helden der chinesischen Forschung, die ihr Wissen vom Großvater an die Enkel zum Zweck einer glücklichen Zukunft weitergab. So entstand das Bild einer solidarischen Volksgemeinschaft, in der der Einzelne seine Interessen dem Wohl der Allgemeinheit unterzuordnen verstand. Wie charmant kitschig dies alles war, zeigt nun der farbenfrohe Band Chinese Propaganda Posters aus der Sammlung Michael Wolf, der zwar nicht überlebensgroß, aber zumindest recht großformatig ist. In Zeiten der Ostalgie hat dieses Buch das Zeug, zum Kultobjekt einer Generation zu werden, die ihren Che ja inzwischen auch auf modischen Handtaschen über die Flaniermeilen deutscher Metropolen trägt. Taschen, 2003, 320 Seiten, 24.5 x 37.0 cm, Broschiert, deutsch/englisch/französisch

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