Architektur Landschaftsarchitektur Urbanismus Innenarchitektur Kunst Grafik & Design Fotografie

Right menu

Service

Buchlounge News Alert

Möchten Sie regelmässig über die neu in unsere Auswahl aufgenommenen Titel informiert werden?
Abonnieren Sie den Buchlounge-Newsletter oder den Buchlounge-Newsfeed.

Gebrauchte Bücher

Kaufen & Verkaufen

Bieten Sie hier gebrauchte Titel zum Verkauf an!


Books / Fotografie / Oliver Boberg

Hatje Cantz Verlag,  2003,  Gebunden,  144 Seiten, 78 Abbildung(en), davon 55 farb. - 25 x 29 cm
Stephan Berg (Hrsg.)

Oliver Boberg

Fotografien und Videostills von Oliver Boberg, der zu den vielversprechendsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation gehört. Oliver Boberg (*1965 in Herten) gehört zu den interessantesten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation. Seit den späten achtziger Jahren entstehen kleinformatige Modellbauten städtischer Orte, die derart abfotografiert werden, dass ihre Modellhaftigkeit fast völlig hinter ihren fotografischen Oberflächen verschwindet. Die Realität seiner Unterführungen und Neubauten ist die von allzu vertrauten Un-Orten, die überall, das heißt immer auch nirgends sein können. In Bobergs Videofilmen aus den Jahren 2002/03 sind es nächtliche Landschaftsveduten, die aus Spielfilmszenarien entlehnt zu sein scheinen. Aber auch hier werden nur maßstäblich verkleinerte Modellbauten abgebildet. Die auf DVD übertragenen 16-Millimeter-Filme zeigen unheimliche, menschenleere Situationen: eine im Streiflicht dräuende Klippe oder eine im Zwielicht liegende Landstraße, auf die trister Regen prasselt. Das Modell des Un-Ortes wird hier zum anspielungsreichen Ausschnitt einer Geschichte, die die unscheinbare Location mit filmischem Suspense und angstvoller Erwartung auflädt. Das Buch versammelt erstmals Foto- und Videoarbeiten des deutschen Künstlers. Ausstellungen: Kunstverein Hannover 30.8.-5.10.2003 · Fotomuseum Den Haag 27.3.-20.6.2004 · Yerba Buena Center for the Arts, San Francisco 16.4.-10.7.2005LeseprobeDIE WELT ALS FÄLSCHUNG UND MODELLBAU Martin EnglerDer Reiz der Fotoarbeiten Oliver Bobergs liegt nicht zuletzt wesentlich in der Verweigerung all dessen, was man im klassischen Sinne mit architektonischem Pathos, monumentaler Grandezza oder repräsentativem Fassadenprunk umschreiben würde. Unter krudem Betongrau und buntem Spritzverputz, in großstädtischen Einöden und im scheintoten Vorstadtidyll wird der spröde Charme von Orten inventarisiert, die überall, das heißt immer auch nirgends sein könnten. Die Architekturprospekte Bobergs kultivieren dabei eine spezifische Gesichtslosigkeit, die bei aller offensichtlichen Austauschbarkeit zutiefst vertraut bleibt. Zwischen der zugigen Weite eines Parkdecks und der rechtwinkligen Strenge eines Plattenbaus, zwischen der trostlosen Einförmigkeit einer Unterführung und dem abgestorbenen Bewuchs einer Kanalböschung inszeniert Boberg Beispiele einer urbanen Umwelt, die unentschlossen zwischen Depression und Vertrautheit schwanken. Die nur im Ausschnitt wiedergegebenen Arbeiten Stadttunnel (1998; S. 56) und Außentreppe (1998; S. 38) etwa konnotieren so in ähnlicher Weise eher lebensfeindliche Bollwerke als einladenden Stadtraum, indem die minimalistisch gereihte Schalungskannelüre und der nässende, himmelwärts strebende Beton nur durch minimale Accessoires von der Abstraktion in die Realität sich retten. OrteSeit 1997 entwickelt Boberg diese gänzlich subjektive Typologie städtischen Niemandslands. Aus vereinzelten Ausschnitten entsteht im Laufe der Jahre eine langsam sich vernetzende, imaginäre Stadtlandschaft - ein in seiner Morphologie banales, zuweilen kurioses Panorama, das Gebäude und Örtlichkeiten versammelt, die eine suggestive Psychologie des Alltäglichen entwickeln. Dabei geht es den Orten Bobergs nicht um typologische Assoziationsketten oder formale Variationen. Ihr Anliegen ist vielmehr, atmosphärische Räume und Beziehungen zu inszenieren, in denen die Nähe zwischen den Dingen und unseren Emotionen sichtbar wird. Einem auf Objektivität und eindeutigen Kategorien fußenden Ordnungssystem setzt Boberg die gerichtete Subjektivität des Sammlers und Flaneurs entgegen. Privaten Neigungen und Projektionen folgend entsteht eine Welt, die als Schnittstelle von Privatem und Öffentlichem in verschiedenster Weise lesbar wird. Hatje Cantz, 2003, 144 Seiten, 78 Abb., davon 55 farbig, 29 x 25 cm,gebunden, englisch/deutsch

Lesermeinungen

Bitte loggen Sie sich ein um einen Kommentar zu verfassen