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Books / Fotografie / Falsche Chalets

Christian Schwager

Falsche Chalets

Wohnhäuser, Ställe und Schuppen erstellt zum blossen Schein. Die getarnten Bunker geben sich aussen als Häuser, ihre eigentliche Funktion ist verdeckt. Über die ganze Schweiz verteilt, sind über Hundert 'falsche Chalets' erstellt worden. Erbaut wurden Sie ab 1938 im Geiste des 'Reduit' bis zum Ende des kalten Krieges im Auftrag der Schweizer Armee. Seit den neunziger Jahren unterstehen Sie nicht mehr der Geheimhaltung. Die Bauten sind für eine Neubeurteilung zugänglich. Im lokalen Baustil der jeweiligen Region gehalten, geben sie sich auf den ersten Blick perfekt getarnt. Einen zweiten, dokumentarischen Blick wirft Christian Schwager (*1966) auf die Häuser, die eihentlich keine sind. Seine Fotografien decken die Machart der Tarnung auf und weisen auf diese besondere Art der Gestaltung hin. Die getarnten Bunker überzeugen durch die Qualität der handwerklichen Ausführung und deren liebevolle Detailgestaltung, die zuweilen eine überaschende Fabulierlust entfaltet.''Falsche Chalets handelt von einer frivolen Variante der ansonsten ziemlich wahnhaften Bunkerwelt der Schweizer Armee, bei der es von der Zwischenkriegszeit bis in die Siebzigerjahre um nichts weniger als um die totale Befestigung des heimatlichen Territoriums ging. Falsche Chalets handelt von Tarnung und Täuschung, von unglaublich plump bis verblüffend wirkungsvoll gefälschter Architektur. Es geht um unfreiwillig ironisch kopierte oder geradezu schlampig imitierte Posen einer immer schon unheilen Alpenarchitektur. Das Militär pflegte eine ungeheuer saloppe Weise, mit der Baurealität der Umgebung umzugehen. Eine recht chaotische Bastelei mit Stilzitaten. Die Armee imitierte, wie es ihr gefiel. Sie baute scheussliche Riegelhausparodien, Berner Oberländer Chalets mit liebevoll aufgemalten Fenstern samt weissen Vorhängen, allzu massive Jumbochalets, übergrosse Bienenhäuser, disproportionierte Scheunen und Waldhütten mit aufgemalter Blockhausfassade oder Ställe mit absurden Anbauten für zwölf Meter lange Kanonenrohre und scheute sich dabei einen Deut um einengende Begriffe wie Kernzone, Wohnzone, Landwirtschaftszone.'' (Gerold Kunz)Edition Patrick Frey, 2004, 144 Seiten, 134 Fotos, 28.5 x 23 cm, Gebundene Ausgabe

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