Books / Fotografie / Candida Höfer. Eine Monographie
Seit ihren Anfängen in den 70er Jahren gehört das photographische Interesse von Candida Höfer, geboren 1944, dem sogenannten öffentlichen Raum. Dabei kann es sich um Innenräume handeln - Bibliotheken, Vorlesungssäle, Foyers, Museen, Vereinslokale - oder, seltener, um urbane Situationen, etwa öffentliche Plätze, Straßenzüge, auch Zoologische Gärten. Noch vor ihrem Studium bei Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie entstand eine erste Serie zu ihrem Thema, dem sie bis heute konstant treu geblieben ist: Damals photographierte sie türkische Mitbürger in Geschäften, Teestuben, Grünanlagen. Zunehmend verschwanden dann die Menschen aus ihren Bildern, und dennoch gewann in den "leeren" Räumen die menschliche Präsenz immer spürbarer an Intensität - als Abwesenheit derer, für die sie gebaut und eingerichtet wurden. Candida Höfers Beziehung zur Architektur steht in der Tradition der Neuen Sachlichkeit; ihre Aufnahmen von öffentlichen Räumen, deren spezifische Atmosphäre weder von Besuchern noch Nutzern gestört wird, kommen nüchtern, fast neutral daher und verzichten auf jede Effekthascherei. Auch wenn es sich um exquisite Bauwerke namhafter Architekten handelt, in Candida Höfers photographischem Konzept, das seine Überzeugungskraft aus der Unbestechlichkeit und Konsequenz ihrer lakonischen Haltung bezieht, tritt der Autor der Architektur unmerklich hinter den Autor der Bilder zurück. Schirmer/Mosel, 2003, 26 x 28 cm, geb. 252 Seiten, 209 Farbtafeln, deutsch/englisch
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