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Books / Architektur / Material & Konstruktion / Entwicklung im Ingenieurholzbau. Der Schweizer Beitrag

Birkhäuser,  2006,  336 S., 495 illus., 307 in Farbe,  gebunden
Anton Steurer

Entwicklung im Ingenieurholzbau. Der Schweizer Beitrag

Die zahlreichen Veröffentlichungen zur Geschichte der Architektur analysieren vorrangig das äußere Erscheinungsbild von Bauten und setzen es nur selten in den Kontext bautechnischer Entwicklungen der jeweiligen Zeit, obwohl spätestens seit Beginn der Industrialisierung neue Baustoffe und Baumethoden ständig die Ausdrucksformen von Architektur beeinflussen. Dies trifft besonders auch auf den Holzbau zu, der sich in den vergangenen hundert Jahren radikal erneuert hat, aber nur in Fachzeitschriften historischen Betrachtungen unterworfen wird.
Um so erfreulicher ist das Erscheinen eines Buches, dass sich der Entwicklung des Holzbaus aus der Sicht eines Ingenieurs nähert. Dies nicht so sehr im streng zeitgeschichtlichen Sinne, sondern eher als eine Wanderung durch die Zeitläufte mit Aufenthalten bei charakteristischen Wendepunkten wie der Erfindung des Holzleimbaus, neuen Stahl-Allianzen bei Verbindungsmitteln oder dem Abenteuer des Brückenbaus. Ein thematischer Schwerpunkt ruht dabei auf dem – wie der Untertitel verrät – historischen Beitrag der Schweiz. Dies stellt aber keine Einschränkung dar, da die Eidgenossen in allen Bereichen des Holzbaus bis heute besonderen Einfluss ausüben.
Viele couragierte Architekten und Bauingenieure haben die Rolle des Vorreiters übernommen und in den letzten Jahrzehnten Gebäude errichtet, die sich durch Originalität, profunden Ingenieurgeist und gestalterische Qualität auszeichnen. Immer unterstützt durch intensive Bemühungen der forschenden Seite, hier besonders der ETH Zürich, an dessen Institut für Baustatik und Konstruktion der Autor tätig ist.
Von all dem berichtet das vorliegende Buch in anschaulicher Weise, wohl gestaltet und mit einem eindeutigen Schwerpunkt auf der anschaulichen Abbildung. Es ist keineswegs nur für eingefleischte Holzbau-Insider gedacht, sondern in seiner knappen Form der Informationsdarstellung auch für den leseentwöhnten Architekten. Den noch einer Veröffentlichung harrenden ultimativen Prachtband mit einer umfassenden Aufarbeitung der Geschichte des Holzbaus kann er allerdings nicht ersetzen. Wer sich jetzt schon Gedanken über Weihnachtsgeschenke macht, sollte dieses Buch im Hinterkopf behalten.
Arnim Seidel

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