Books / Architektur / Geschichte & Theorie / Vision Piranesi
Schon zu Lebzeiten erfuhren die virtuosen Radierungen Giovanni Battista Piranesis (1720-1778) große Resonanz. Während seine Romveduten über ihre weite Verbreitung die Romsehnsucht vieler Gebildeter nährten, erregten die Zyklen der rätselhaften visionären Carceri und Grotteschi seit ihrer Entstehung das Interesse von Malern, Literaten, Bühnenbildnern und Architekten. Seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte diese Piranesi-Rezeption einen neuen Höhepunkt. Die bei den düsteren Szenerien der Carceri zu beobachtende Tendenz zur Auflösung des architektonischen Raums, das Aufbrechen der geschlossenen Form, die bewusst inszenierten Brüche im perspektivischen Gerüst bis hin zu den illusionistischen Momenten fanden so auch in Arbeiten von Daniel Libeskind, Coop Himmelb(l)au oder Hans Dieter Schaal ihren Niederschlag. Das Buch, das gleichnamige Ausstellungen im Stadthaus Ulm und in der Städtischen Galerie Erlangen begleitet, illustriert im einführenden Überblick von S. Grötz über Leben und Werk des Künstlers den Nährboden, auf dem seine visionären Arbeiten entstanden. Während sich der Beitrag von M. Baumgartner mit dem Archäologen und Wissenschaftler Piranesi beschäftigt, dessen Visionen hier auf Fakten beruhen, erörtert C. Höper seine fantastischen Architekturentwürfe im Kontext des Gesamtwerks und untersucht U. Quecke die Wechselwirkung zwischen barocker Bühnenbildtradition und den theatralischen Szenen der Carceri. Die Rezeption des fantastischen Moments von Piranesis Visionen in der Architektur des ausgehenden 20. Jahrhunderts steht schließlich im Mittelpunkt der Ausführungen M. Stemshorns. Beiträge von Marcel Baumgartner, Susanne Grötz, Corinna Höper, Max Stemshorn, Ursula QueckeWasmuth, 2002, 120 Seiten mit 94 Abbildungen, 21 x 27 cm, Hardcover
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