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Books / Architektur / Geschichte & Theorie / J.J.P. Oud zwischen De Stijl und klassischer Tradition

Gebrüder Mann Verlag,  2006,  Gebundene Ausgabe,  ca. 384 S. mit 382 Abb. und 16 Farbtaf. - 20 x 27 cm
Eva von Engelberg-Dockal

J.J.P. Oud zwischen De Stijl und klassischer Tradition

Mit Ausnahme seiner Reihenhäuser in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung hat J.J.P. Oud (1890–1963) ausschließlich in den Niederlanden gebaut. Dennoch erlangten seine Arbeiten vor allem im europäischen Ausland und in den USA größte Bekanntheit. Höhepunkt seines Ruhms waren die 1920er und frühen 30er Jahre. Die Bauten und Entwürfe Ouds ergeben auf den ersten Blick ein heterogenes Bild. Ausgehend von biographischen Fixpunkten wurde bislang eine zeitliche Folge von avantgardistischen De Stijl-Projekten und »weißer Moderne« gesehen, die jedoch Unstimmigkeiten aufweist. Auf Basis eines Werkkatalogs erfolgt nun eine Neubewertung seiner Arbeiten. Als Gründungsmitglied und wichtigster Architekt von De Stijl war Oud Initiator der frühen Gemeinschaftsarbeiten. Mit den Wohnhäusern in Hoek van Holland und der Siedlung Kiefhoek etablierte er sich als Pionier des »International Style«. Die namengebende Ausstellung im Museum of Modern Art präsentierte seine Arbeiten neben den Werken von Le Corbusier, Gropius und Mies van der Rohe und schuf damit einen Kanon, der bis heute die Sicht der Moderne bestimmt. Die Oud-Rezeption wurde durch Fotografien der 1920er Jahre geprägt, die seine Bauten als Beispiele einer makellos weißen Moderne propagieren. Vor Ort zeigt sich ein anderes Bild. Auch die Akzeptanz des Schrägdachs und Ouds Vorliebe für Symmetrien, auf zeitgenössischen Fotografien oft kaschiert, widersprechen der gängigen Vorstellung von der Moderne. Der Betrachtung der ausgeführten und zum Teil noch existierenden Bauten wird daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

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