Books / Architektur / Bauten / Japan / Wohnarchitektur in Japan
Drei Tendenzen zeichnen die aktuelle japanische Architektur aus: Ein neu erwachtes Interesse an der eigenen Tradition, die Rückbesinnung auf natürliche Materialien und ihre handwerkliche Verarbeitung sowie die für Japan bisher untypische Suche nach individuellem Ausdruck, die häufig bis zur Exzentrizität führt. Dieses Buch stellt die 40 interessantesten und fantasievollsten Ein- und Mehrfamilienhäuser der führenden japanischen Architekten und Innenarchitekten vor, fast alle im Westen bisher unveröffentlicht. Ein faszinierender Einblick in die aktuelle avantgardistische Architektur- und Designszene Japans. Der beispiellose Aufstieg Japans nach dem Zweiten Weltkrieg zur zweitgrößten Industrienation der Welt hat das Land in vielerlei Hinsicht radikaler westlich werden lassen als das amerikanische Vorbild. Die Heterogenität japanischer Städte ist kaum zu übertreffen, größte Kontraste existieren auf engstem Raum. Das ist umso erstaunlicher, als die Baukunst in Japan eine jahrhundertealte und starke Tradition besitzt. Der Minimalismus und der Gleichklang der traditionellen, auf dem Raster der Reisstrohmatte 'tatami' aufbauenden Architektur aus Schiebewänden muten oft moderner an als die Moderne des Westens. Das abrupte Ende des Booms vor zehn Jahren hat nun in Japan zu einer teilweisen Besinnung auf die alten Werte geführt, die sich im individuellen Wohnbereich mit radikaler Modernität mischen. Michiko Rico Nosé und der Architekturfotograf Michael Freeman unternehmen einen Streifzug durch japanische Einfamilienhäuser und Apartments, die in den letzten zehn Jahren gebaut wurden. Der Band beschränkt sich, nach einer knappen Einführung durch Michiko Rico Nosé, ganz auf die ausnahmslos sehr gelungenen Innenraum-Architekturaufnahmen von Michael Freeman. Kurze Erläuterungen gehen auf die Entstehungsgeschichte und die Angelpunkte der Entwürfe ein. Ansonsten lädt der kleine Band zum Blättern ein. Zeitgemäße Interpretationen traditioneller Räume der japanischen Architektur, Elemente der Gartenkunst, Räume ganz aus Glas, das haarige Haus, die japanische Schranktreppe, Sichtbeton, enge introvertierte Höfe: Die Mischungen aus Tradition und Modernität fallen oft exzentrisch aus. Bestechend sind die Qualität der Fotografien wie der fotografierten Objekte, die auf den oft winzigen japanischen Parzellen ein Maximum an Individualität realisieren. Callwey, 2002, 224 Seiten, 180 farb. Abb., 23 x 26 cm, Gebundene Ausgabe
Warenkorb ansehen